Glossar der UML Metaklassen und Diagrammtypen Englisch/Deutsch


Im Buch werden Begriffe der UML, vor allem Metaklassen, konsequent eingedeutscht. Da dies unüblich ist, sind manche der Übersetzungen gewöhnungsbedürftig. Bessere Vorschläge werden immer gerne zur Kenntnis genommen!

Metaklasse englisch Metaklasse deutsch Erläuterung
Abstraction Abstraktion Unterklasse von Abhängigkeit, Oberklasse von Realisierung, stellt eine Beziehung zwischen Mengen von Modelelementen dar, die den gleichen Sachverhalt auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen darstellen.
Action Aktion elementare Einheit von Verhalten in UML. In Anhang C.3 wird eine Taxonomie der in UML vordefinierten Aktionen dargestellt.
Activity Aktivität Unterklasse von Verhalten, stellt einen algorithmischen Ablauf, Daten- oder Kontrollfluss, einen Nutzfall oder (Geschafts-)prozess dar.
Activity diagram Aktivitätsdiagramm Diagramm zur Präsentation einer Activity.
actor Akteur Ein Akteur stellt eine Rolle im Kontext eines modellierten Systems dar, die auf das System einwirkt oder von diesem beeinflusst wird. Ein Aktor kann einen Menschen, eine Gruppe von Menschen, einen Sensor oder Aktor, oder eine Applikation darstellen.
Association Assoziation stellt eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Classifiern dar, bzw. von einem Classifier zu sich selbst. Aggregation und Komposition sind spezielle Assoziationen, Generalisierung ist jedoch eine Abhängigkeit.
AssociationClass Assoziationsklasse Unterklasse sowohl von Assoziationwie von Klasse, vereinigt die Eigenschaften beider Oberklassen.
attribute Attribut statisches Merkmal einer Klasse oder eines anderen Classifiers.
Behavior Verhalten abstrakte Oberklasse von Aktivität, Zustandsautomat, Interaktion und Nutzfall.
BehavioredClassifier BehavioredClassifier Unterklasse von Classifier, Oberklasse von u. a. Class, UseCase und Interface. Eine gute Übersetzung wäre "aktiver Classifier", was allerdings mit dem schlechten, aber gebräuchlichen "aktive Klasse" kollidiert (letztere sollte besser "initiative Klasse" heißen).
business process Geschäftsprozess Prozess mit fachlichem Schwerpunkt
Class Klasse abstrakte strukturelle Einheit
Classifier Classifier abstrakte Metaklasse, direkte Oberklasse von Klasse, Komponente, Aktor, Nutzfall, Knoten, Datentyp, Assoziation, Schnittstelle, Signal und Artefakt. Ein Classifier beschreibt eine Menge von Elementen mit gemeinsamen Merkmalen. Gleichzeitig ist ein Classifier auch ein Namensraum und Gegenstand von Generalisierungsbeziehungen.
Collaboration Kollaboration Stellt eine Kollaboration dar, nicht zu velwechsern mit Kollaborationsdiagramm.
Collaboration diagram Kollaborationsdiagramm obsolet, heißt ab UML 2.0 "Kommunikationsdiagramm"
Communication diagram Kommunikationsdiagramm Eine Art von Interaktionsdiagramm, sieht wie ein Klassendiagramm mit Pfeilen über den Assoziationen aus. Ersetzt den UML 1.x-Begriff Kollaborationsdiagramm.
component Komponente Unterklasse von Klasse, stellt einen modularen gekapselten Teil eines Systems dar.
composite structure diagram Montagediagramm (besser: assembly diagram) Tritt in den Varianten Architektur-Montagediagramme und Klassen-Montagediagramme auf, teilweise werden auch Kollaborationen dazu gezahlt. Montagediagramme stellen eine abstrakte Sicht dar, im Vordergrund steht der Gedanke der Komposition unabhangiger, sehr stark gekapselter und damit eigenstandiger Einheiten.
CompositeStructure zusammengesetzte Struktur siehe Montagediagram
connector Verbinder Ein Verbinder implementiert ein Protokoll.
Constraint Randbedingung beschreibt eine Beziehung zwischen einer Menge von Modellelementen, die sich anderweitig nicht oder nur umstandlich ausdrucken ließe. Eine Randbedingung kann z. B. in Deutsch oder OCL formuliert werden.
Dependency Abhängigkeit stellt eine generische Abhängigkeit zwischen zwei Mengen beliebiger Modellelemente dar.
deployment Verteilung Abhangigkeitsbeziehung
DirectedRelationship gerichtete Beziehung Oberklasse von Generalisierung, Einzelimport, Pauschalimport, Paketverschmelzung, Inklusion, Erweiterung und Abhängigkeit; Unterklasse von Beziehung
Element Element Wurzel der UML Metaklassen-Taxonomie
ElementImport Einzelimport Abhängigkeit zwischen einem (importierenden) Paket und einem Element eines anderen (exportierenden) Pakets, um das Element im importierenden Paket sichtbar zu machen.
emplate class Parametrisierte Klasse (auch: Klassenschablone) Klasse mit Typ-Parameter, typisches Beispiel sind Container-Klassen wie List, die als Parameter den Typ der im Container zu speichernden Objekte erhalt, und dadurch in der Benutzung typsicherer wird (cast von Object entfallt). Die Template-Klassen in C++ und Java bieten keinen parametrischen Polymorphismus im strengen Sinn.
Event Ereignis z. B. der Auslöser einer Transition in einem Zustandsautomaten, Auslöser eines Nutzfalls oder Eingabe für eine Aktivität.
EventOccurrence Ereignisvorkommen Bestandteil einer Interaktion. Ein Ereignisvorkommen kann ein Sende- oder Empfangsereignis, ein Nachrichtenverlust- oder ein Nachrichtenfundereignis instantiieren.
extends Erweiterungsbeziehung eine Abhängigkeit zwischen zwei Prozessen oder zwei Nutzfällen, oder zwischen einem Nutzfall und einem Prozess. Ein erweiternderer Nutzfall oder Prozess kommt hochstens einmal in dem erweiterten Nutzfall oder Prozess vor.
Feature Merkmal abstrakte Oberklasse von BehavioralFeature und StructuralFeature (und damit von Operation und Attribut).
Generalization Generalisierung Abhängigkeit zwischen zwei Instanzen eines Classifiers, wobei die Beziehung vom spezielleren zum generelleren geht.
implements Implementation Unterklasse von Abhängigkeit, die die Bezeihung zwischen einer Schnittstelle und einem Classifier darstellt.
includes Inklusionsbeziehung eine Abhängigkeit zwischen zwei Geschäftsprozessen oder zwei Nutzfällen, oder zwischen einem Geschäftsprozess und einem Nutzfall. Ein inkludierter Nutzfall kommt einmal oder mehrmals in dem inkludierenden Nutzfall vor.
inheritance Vererbung programmiersprachliche Umsetzung von Generalisierung in vielen objektorientierten Programmiersprachen.
Interaction Interaktion die Struktur, die einem Interaktionsdiagramm unterliegt (semantisch gesehen eine Menge sequentieller Folgen von Ereignisvorkommnisse).
Interaction diagram Interaktionsdiagramm Oberbegriff von Sequenzdiagramm, Kommunikationsdiagramm, Zeitdiagramm und Interaktionsübersichtsdiagramm.
Interaction overview diagram Interaktionsübersichtsdiagramm Eine Art von Interaktionsdiagramm, sieht wie ein Aktivitätsdiagramm aus
Message Nachricht stellt eine Nachricht in einer Interaktion dar.
ModelElement Modellelement Oberklasse der meisten Klassen des UML-Metamodells
Multiplicity Multiplizitat Spezifikation der Anzahl von Elementen, die an einem Ende einer Assoziation teilnehmen, oder die in einem Attribut gespeichert werden konnen.
Namespace Namensraum stellt einen Namensraum im Sinn der Programmiersprachen dar.
node Knoten stellt Ressourcen wie Rechner oder Basissoftware dar
Nutzfall Use Case wird in diesem Buch mit Nutzfall übersetzt (sonst auch "Anwendungsfall".
operation Operation dynamisches Merkmal eines Classifiers ("Methode").
package Paket dient zur Gruppierung von Elementen bzw. zur Abgrenzung eines Namensraums.
PackageImport Pauschalimport Abhängigkeit zwischen einem (importierenden) Paket und einem anderen (exportierenden) Paket, um alle Elemente des exportierenden Pakets im importierenden Paket sichtbar zu machen.
PackageMerge Paketverschmelzung komplexe Abhängigkeit zwischen zwei Paketen, um alle Elemente beider Pakete im verschmelzenden Paket jeweils einzeln zu verschmelzen (Elementweise definiert).
part Teil statisches Merkmal eines Classifiers.
port Anschluss (indirekte) Unterklasse von Merkmal, implementiert eine Protkollrolle, abstrahiert von einem oder mehreren gebotenen oder genutzten Schnittstellen.
protocol Protokoll Kollaboration von Protokollrollen, und damit Spezifikation eines Verbinders.
protocol role Protokollrolle Rolle in einem Protokoll, mit dem eingehende und ausgehende Schnittstellen eines Anschlusses spezifiziert werden, Spezifikation eines Anschlusses.
Relationship Beziehung Oberklasse von gerichtete Beziehung und Assoziation
sequence diagram Sequenzdiagramm Eine Art von Interaktionsdiagramm
State machine diagram Zustandsdiagramm Stellt einen Zustandsautoamten dar
StateMachine Zustandsautomat stellt einen erweiterten hierarchischen endlichen Automaten dar. Ein (UML-)Zustandsautomat besteht aus einem Baum von Zustandsknoten und einer Menge von Transitionen zwischen ihnen.
Timing diagram Zeitdiagramm Eine Art von Interaktionsdiagramm, sieht wie die Anzeige eines Oszilloskops aus
transition Transition Transitionen verbinden Zustande in Zustandsautomaten. Eine Transition tragt als Anschriften einen Auslöser (ein Ereignis eine Bedingung (Guard) und einen Effekt (eine Aktion) alle optional. Eine Transition ohne Auslöser wird durch die Beendigung des Vorzustandes ausgelöst, eine Transition mit Auslöser beendet den Vorzustand bei Auftreten des Auslöser-Ereignisses.
Use case diagram Nutzfalldiagramm Stellt einen oder mehrere Nutzfälle und zugehörige Akteure dar
UseCase Anwendungsfall siehe Nutzfall
UseCase Nutzfall ("Anwendungsfall") indirekte Unterklasse von Classifier, Modellierungskonstrukt zur Beschreibung von Funktionalität, d. h. von Geschäftsprozessen und Nutzfällen. Nutzfalle untergliedern sich nach (fachlichen) Funktionen und (technischen) Diensten. Funktionen und Geschäftsprozesse konnen wiederum Nutzfällen enthalten (durch Inklusions- oder Erweiterungs-Beziehungen).
Anmerkung zur Übersetzung
vertex Knoten abstrakte Oberklasse der Zustande von Zustandsautomaten


stoerrle [at] informatik.uni-muenchen.de